So, es war mal wieder soweit. Ziemlich genau ein Jahr nach unserem  Backpackingtripp durch Südindien haben wir uns diesmal nach Südamerika in Bewegung gesetzt, genauer gesagt nach Peru. Und Verstärkung haben wir auch dabei, nämlich Jens und Remo. Es folgt nun ein kleiner  Abriss unserer Erlebnisse und ich hoffe es hilft dem ein oder anderen von Euch, der sich selbst gerade auf seinen Urlaub in diesem wirklich fantastischen Land vorbereitet.

 

04.11.

Um 4 Uhr morgens und 3 Stunden vor Abflug treffe ich mit Remo ganz entspannt am Flughafen Berlin-Tegel ein. Dort warten dann auch schon Guido und Jens, die mit uns, aber mit einem früheren Flug nach Peru reisen. Auf geht’s …

Die erste Zwischenstation unseres Fluges war Paris. Anderthalb Stunden waren absolut ausreichend um auf dem riesigen, aber gut ausgeschilderten Flughafen unseren Anschlussflug zu bekommen.  Mit einer viertel Stunde Verspätung heben wir in Richtung Atlanta ab …..

Meine Bierbestellung konterte die nette Delta-Stewardess mit der Frage nach meinem Alter … hach, dass ich das noch erleben darf J … meine Antwort: twentyeigth musste Remo dann noch ausdrücklich bestätigen, bevor mir mein Wunsch erfüllt wurde J 

Hätten wir die Verspätung vom Start in Paris wieder aufgeholt, hätten wir in Atlanta 1 Stunde und 40 Minuten zum Umsteigen in Richtung Peru gehabt …. haben wir aber nicht!. Stattdessen empfingen uns die Vereinigten Staaten mit zwei Fragebögen zu den Gründen unserer „Einreise“. Die schriftliche Bestätigung keine terroristischen Anschläge zu planen genügte nicht, denn schließlich wollten wir uns ja fast zwei Stunden in den USA aufhalten, da lohnt es sich natürlich, auch von uns Fingerabdrücke zu nehmen und Fotos zu machen. Das allein wär nicht so wild gewesen, wenn die Schlange am Zoll dadurch nicht so riesig lang geworden wär und es nur sehr langsam voran ging. Die Zeit verrann und langsam wurden wir unruhig. Noch 40 Minuten … noch 25 …. 10 …. 5 Minuten vor dem Start unserer Maschine waren wir endlich durch die Kontrollen  und rannten los. Im Augenwinkel bemerkten wir unsere Gepäckstücke, die auf dem Fließband einsam Ihre Runden drehten und nicht wie eigentlich beim einchecken in Berlin angegeben, automatisch  zum Anschlussflug transportiert wurden. Also noch schnell die Sachen jemandem von der Gepäckaufgabe in die Hand gedrückt und zum Gate gespurtet. Voll außer Atem dort der Tante von Delta die Pässe und Bordkarten auf den Tresen geworfen worauf sie entgegnete: „the flight to lima?! …. is gone“. Na prima, ne viertel Stunde zu spät.

Was nun, na klar, erstmal zum Delta-Stand. Dort in der Warteschlange treffen wir auf Wolfgang, der mit besten Spanisch- und Englischkenntnissen ausgestattet für uns drei in Verhandlungen mit der Mitarbeiterin der Airline tritt. Die Diskussion gestaltete sich schwierig und das Resultat war ernüchternd. Zwar werden wir anstandslos auf den nächsten Flug nach Lima umgebucht, der geht aber erst am nächsten Tag um die selbe Zeit. Wir hatten eigentlich zumindest damit gerechnet das wir mit einem Hotelgutschein versehen werden, aber is nicht. Nach einem kurzen Telefonat mit wem auch immer stand für sie fest, dass die Verspätung unseres Fluges auf Grund schlechten Wetters beim Start in Paris zustande kam und das ginge die Airline nichts an. Sie würde uns aber ein Hotelzimmer für „günstige“ $59 pro Person reservieren, was wir aber dankend ablehnten. Hmmm, also erstmal setzen und `n Plan machen, denn schließlich warten neben Guido und Jens auch ein reserviertes Zimmer in einer Pension in Lima und ein Taxi am Flughafen auf uns.

Plan 1:

Wir rufen dort an und managen das einfach auf den nächsten Tag um …. nur schade das ich die Nummer der Pension nicht mit hab.

Plan 2:

Wir schreiben `ne Mail an die Pension und hoffen das die noch rechtzeitig gelesen wird. Gesagt getan. Für den Wucherpreis von $0,40 pro Minute finden wir einen Internetautomaten der ausschließlich mit Kreditkarte funktioniert. Zum Glück hatte sich Remo vor Reiseantritt eine zugelegt.

Anschließend besuchten wir eines der zahlreichen Fastfood-Restaurants. Unser Plan noch ein Bier zu trinken scheiterte daran, dass die Läden am Flughafen alle halb elf dicht machten. So suchten wir uns also im Wartebereich eines Gates ein Plätzchen auf dem Boden und legten uns schlafen. Kurz vor dem Eindösen ertönte hinter mir eine Männerstimme: „Mister?!“ Na toll, jetzt werden wir wohl auch noch des Platzes verwiesen? Aber nein, als ich aufsah stand dort ein uniformierter, dicker Afroamerikaner und hält mir und den anderen eine Decke hin. Da staunten wir nicht schlecht, dass erste positive Erlebnis auf amerikanischem Boden J

05.11.

Unsere Nacht war um 5 Uhr vorbei aber wir haben erstaunlich gut geschlafen. Beim Frühstück bei Mc Doof bekamen wir einige unserer Vorurteile gegenüber den USA bestätigt. So waren Reinigungskräfte, Müllmänner und die Angestellten in den Fastfood-Restaurants nahezu ausschließlich schwarz, deren Gäste weiß  und die Kunden am „Gemüsestand“ nebenan waren meist halb so dick wie die an der benachbarten Burgerbude.

400 Seiten in meinem Buch später war es endlich Zeit zum einchecken. Wäre der Flug am Vortag mit nur halb so viel Verspätung gestartet wie der heute, hätten wir hier nicht übernachten brauchen …. grrrr.

06.11.

Kurz nach Mitternacht landeten wir nun endlich in Lima und bis wir auch unser Gepäck hatten war es halb zwei. Am Ausgang keine Spur von Guido, Jens oder einem Taxi. Als die meisten anderen Passagiere bereits in Trauben von Verwandten und Bekannten den Airport verlassen hatten fanden wir an einem Taxistand einen Zettel mit der Aufschrift „Jorg Brescher“. Mit ein bisschen Fantasie könnte ich damit gemeint sein ;) Einige Anrufe des Fahrers und eine Stunde Irrfahrt hat es dann noch gedauert, bis wir in unserer Pension waren. Trotz fortgeschrittener Stunde empfingen uns Guido und Jens mit einem Begrüßungsbier und nachdem wir die Details unserer leicht chaotischen Anreise ausgetauscht hatten, machten wir noch einen groben Plan für die nächsten Tage:

  1. Ein paar Tage relaxen in der Gegend von Pisco / Paracas
  2. Nazca
  3. Trekkingtour in der Culca- (Kondor-)Schlucht
  4. Arequipa
  5. Trekkingtour zum Machu Picchu
  6. Wenn noch Zeit ist ein Ausflug zum Amazonasgebiet

Die Frühstückszeit hatten wir bei unserer Gastgeberin auf 9 Uhr raufgehandelt, was wir nach einigen Tiefschlafstunden auch bequem schafften. Anschließend ging es mit dem Taxi zum Busstopp, von wo aus wir gleich die Tickets für den 13:30 Uhr Bus nach Paracas gebucht haben. Wir hätten zwar anstatt dieses modernen Überlandbusses auch einen halb so teuren einheimischen Bus nutzen können, aber wir wollten wegen unserem Gepäck auf Nummer Sicher gehen und außerdem war im Fahrpreis von 15€ p.P. (für 230 Km) auch noch ein Essen inclusive.

 

weiter nach Paracas